
Die Ausstellungsserie ‘ Divination ’ eröffnet am Donnerstag den 24. Mai 2007 in der B-22, Bernstorfstrasse 22, Hamburg um 18:00 Uhr.
Gezeigt werden Kunstwerke in verschiedenen Medien (Malerei, Zeichnung, Video, Skulptur, Performance) von 20 jungen Künstlern aus London, Berlin, Lahore und Tokyo.
Anhand von Re-Kodierungen kulturellen Gedankenguts und utopisch/dystopischen Blicken in die Zukunft, versucht die Ausstellung, Parallelen zwischen dem rituellen und sozialen Charakter von Kunstproduktion und Wahrsagerei aufzuzeigen. Im gewählten Titel, Divination, schwingt nebenbei auch das Wort Konjektur mit: Spekulation und Mutmassung; die angestellten Hochrechnungen zählen auf eine wissenschaftliche Auswertung intuitiv gefühlter Zusammenhänge.
Anleitungen und Anlass zu einer präzisen Verwirrung von Bewegungsabläufen geben Melissa Frosts (U.S.A., derzeit Berlin) Vinylinstallationenen, in denen unmöglich nachvollziehbare Tanzschritte dem Zuschauer die Grenzen des eigenen Körpers und zwischenmenschlicher Beziehungen aufzeigen. Loukia Avalanou (Griechenland, in London ansässig) erstellt Videos, in denen Fragmente von Disney-Klassikern und populären Horrorfilmen mit Familienphotos aus dem letzten Jahrhundert zu komisch-sinistren Erforschungen von Popkultur und gesellschaftlichem Unterbewusstsein werden.

Usman Saeeds (Lahore) Arbeiten sind geprägt von seiner Ausbildung als Miniaturmaler in seinem Geburtsland Pakistan und seiner Nebentätigkeit als Modefotograf; traditionell verwurzelt und oft cryptisch, aber bezogen auf persönliche und politische Ereignisse im Jetzt. Ebenso verschlüsselt sind Ursula Llewellyns (London) Bilder, die persönliche Mytholgien in bezugnahme auf Kunstgeschichte, Science Fiction, Nachrichtenbilder ausarbeiten.
Weniger codiert sind die Werke Nathan Witts, der in seinen Textarbeiten und Zeichnungen so genau wie möglich auf das gewählte Thema eingeht und Symbolik und Andeutung zu Gunsten von pragmatisch/zynischer Selbst- und Welterforschung ablehnt.
Die Arbeiten der drei ausstellenden Deutschen, Helene Appel (Hamburg), E.M.C. Collard und Lia Anna Hennig (beide Frankfurt am Main), die alle derzeit in London leben, beziehen ihre Inspiration aus kleinen Dingen, zum Beispiel Staub und Blättern (Appel), Erdbeeren und Salami (Hennig) oder Zahnpasta, die unter den Einfluss eines I-Ging Generators aus dem Internet gestellt wird (Collard). Wenn man etwas lange genug beobachtet, erscheint der wahre Charakter des Objekts -so etwa in den Malereien Appels und Collards oder in Hennigs Video ‘Exkremente aus Porzellan’. Die Perfomances von Marenka Gabeler (Holland, in London lebend) und Lucy Pawlak dagegen casten die Künstlerinnen selbst als stummes Orakel.
Divination, Vernissage 24. Mai 2007 ab 18:00 Uhr; danach geöffnet vom 25. Mai bis 4. Juni, Mo-Fr 12:00–17:00; Sa+So11:00–17:00
Weitere Informationen finden sich im Internet auf der Ausstellungswebseite http://www.divination.org.uk, die auch die weiteren Stationen der Ausstellung in anderen europäischen Städten dokumentieren wird.
www.divination.org.uk

B-22 Verpasst !?
Juni 07
Maerz/April 07
Dezember 06/ Januar 2007
November 2006
September 2006
August 2006
Juli 2006